18. September 2017

Low Carb in der Schwangerschaft

Infos zu Low Carb in der Schwangerschaft

Low Carb in der Schwangerschaft – ist das gesund für Mutter und Kind? Es ist schwer bei diesem Thema eine pauschale Antwort zu geben, denn die gibt es nicht. Ob die Ernährung mit wenig Kohlenhydraten während der Schwangerschaft gesund ist für die Entwicklung des Ungeborenen, wird von Fachleuten und auch im Netzt immer wieder kontrovers diskutiert.

Die Frage hierbei sollte also nicht lauten, Kohlenhydrate ja oder nein, sondern WELCHE Kohlenhydrate gesund sind und viele brauchbare Nährstoffe enthalten. Wie viel Kohlehydrate man zu sich nimmt oder verträgt, hängt individuell von einer jeweiligen Person ab und beinhaltete viele Faktoren wie z.B.  Bewegung, Grundumsatz, Stoffwechsel , ob sie gesund ist oder übergewichtig. Wer kennt das nicht-da schaut der eine das Stück Kuchen nur an und nimmt zu, der andere isst zwei und es scheint keinerlei Auswirkungen zu haben. Darum Vorsicht! In der Schwangerschaft ist keine Art der extremen Ernährung von Vorteil, weder für sie noch für ihr Kind. Kohlenhydrate sind nicht pauschal die Buhmänner unter den Lebensmitteln, vor allem nicht in der Schwangerschaft, wo eine ausgewogene Ernährung das A und O ist. Stellen wir also im Folgenenden besser heraus, welche Kohlenhydrate gesund sind und welche sie während der 9 Monte (und auch danach) getrost weglassen können.

Kohlenhydratarten und ihre Eigenschaften 

Um es kurz und verständlich auszudrücken- Kohlenhydrate lassen sich in einfache und komplexe Arten unterteilen.

Komplexe Kohlenhydrate lassen den Insulinspiegel  (Blutzucker)  langsamer ansteigen und  erzeugen ein länger anhaltendes Sättigungsgefühl. Sie sind reich an Vitaminen, Mineralstoffen und vor allem Ballaststoffen, die ihre oft träge Verdauung während der Schwangerschaft in Schwung hält. Einige Lebensmittelbeispiele hierfür sind Haferflocken, Hülsenfrüchte, Kartoffeln, Reis und Vollkornprodukte. Gemüse enthält ebenfalls Kohlenhydrate in verschiedenen Anteilen, je nach Gemüseart und Zubereitung.

Einfache Kohlenhydrate haben einen schnellen Blutzuckeranstieg zur Folge, führen schneller wieder zu Hunger und folglich zu einem erhöhten Kalorienkonsum. Sie sind meist weniger reich an wichtigen Nährstoffen und liefern lediglich schnelle, leere Energie. Das Maß ist hier entscheidend,  ab und zu einfach mal sündigen gehört  dazu und stellt kein Problem dar, aber ihre Hauptmahlzeiten sollten diese Art von Kohlenhydraten nicht enthalten. Zu den einfachen Kohlenhydraten gehören z.B. Haushaltszucker, Marmelade, Süßigkeiten und  jegliche Art von Weißmehlprodukten, die außerdem häufig einen hohlen Glutenanteil aufweisen und bei vielen zu Unwohlsein und Verdauungsbeschwerden führen können. Sie leben auch nach der Schwangerschaft gesünder, wenn sie Zucker und Weißmehl in Maßen genießen.

Low Carb in der Schwangerschaft – Einfluss auf den Fötus

Alles schön und gut, aber wie genau wirken sich denn jetzt die Kohlenhydrate auf das Ungeborene aus, werden sie sich fragen?

Wie oben schon erwähnt,hat der Nährstoffgehalt der Kohlenhydrate einen wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung. Da dieser bei komplexen Kohlenhydraten deutlich höher ist, versteht es sich von selbst, dass sie diese vermehrt auf den Speiseplan setzten sollten.

Eine Studie aus den USA (University of South Hampton) beschäftigte sich damit, was passierte, wenn Mütter während der Schwangerschaft fast gar keine Kohlenhydrate aßen. Man fand heraus, dass das Kind später eher  zum Dicksein neigte als Kinder, deren Mütter eine normale Menge an  Kohlenhydraten aßen.




Evolutionsbiologisch macht eine solche Anpassung ja auch Sinn-  denn in damaligen  Hungerzeiten, ohne den immerwährenden Überfluss von heute, war es von Vorteil, wenn die Kinder deren  Mütter in einer kargen Umgebung lebten, besonders gute Futterverwerter waren. Dieser tolle Trick in der Veranlagung kann heute allerdings schnell zu Übergewicht bei Kindern führen. Denn zumindest in unseren Breitengraden müssen wir eher versuchen, den übermäßigen Konsum von billigen Kohlenhydraten zu kontrollieren, statt dringend danach zu suchen.

Mittlerweile weiß man, dass Übergewicht nicht nur von den Genen und vom Lebensstil abhängen, es kann durch bestimmte Einflüsse gefördert werden, denen das Kind im Mutterleib ausgesetzt ist. Epigenetische Veränderungen (Faktoren, die die Aktivität eines Gens und damit die Entwicklung der Zelle zeitweilig festlegen und beeinflussen, ohne die DNA an sich zu verändern) der Erbsubstanz sind der Grund für einen solchen Effekt. Eine kohlenhydratarme Ernährung der Mutter während der Schwangerschaft, hatte das sogenannte RXRA-Gen beim Nachwuchs verändert. Dieses Gen enthält eine  Bauanleitung für den  Vitamin A Rezeptor, der wiederum kann den  Fettstoffwechsel beeinflussen.

Fazit 

Nicht zu viel und nicht zu wenig. Auch bei der Ernährung in der Schwangerschaft ist die Ausgewogenheit wohl das wichtigste. Sowohl Diäten oder Low Carb in der Schwangerschaft, als auch zu viele üppige Mahlzeiten haben Einfluss darauf, ob das Kind später mit seinem eigenen Gewicht Probleme bekommt. Die Ernährung in den ersten neun Monaten prägen das Ungeborenen weit mehr, als man vielleicht denken mag.

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